Mein Zauberwort im August 2010
Die letzte Stunde eines Seminars ist immer eine besondere. Alle meine Fragen, die der Tag auf die Stunden verteilt hatte, bündeln sich nun. Wie geht es euch, was habt ihr mitgenommen, wie viel habe ich „rübergekriegt“ von meinem zu eurem Herzen, wie geht ihr nach Hause? Und ich kenne den Gedanken, jetzt noch zu verlängern, jetzt noch mit euch zu sitzen und zu sagen: schön, dass es dich gibt, schön dass wir uns getroffen haben, was bewegt dich, wer bist du, geh noch nicht fort. Und doch bauen wir die Stative ab und doch geht jeder zu seinem Auto, in sein Hotelzimmer und doch ist Abschied. Aber dein Leuchten, das nehme ich mit. Danke, dass du was wissen wolltest, heute, vorhin, eben von mir…
Ich möchte an dieser Stelle all die wunderbaren, vielen Begegnungen ehren, die sich oft auf ganz kurzen Strecke des Kennenlernens bewegen, aber oft so entscheidend und reich und tief. So viele von euch danken mir, für die Worte, für meine Arbeit, für mein Da Sein. Ich nehme doch selbst so vieles von euch! Durch diese Begegnungen darf ich dabei sein bei dem Prozess auf der Erde, durch euch sehe ich, was geht. Die Quelle von allem ist immer in uns. Das Lieben bekommt keiner vom anderen. Aber wir dürfen uns beim sprudeln und trinken und laben einen Moment lang begleiten. Ich durfte in so viele Augen sehen, die aufstehen. Am Morgen eines solchen Tagesseminars sitzen wir da und sind Fremde, verbunden mit den Fragen: Was macht die da, kann die das, wie läuft das hier? Und ich wiederum frage, wann erkennt ihr, wie seht ihr, seid ihr mit den Worten, spürt ihr mein gehendes Herz? Und Abends leuchten wir, trauen sich unsere Augen zu dem anderen rüber, ist Mut da, sich zu berühren, weil wir uns berührt haben.

Es ist weniger lehren, was da passiert. Ich verstehe mich nicht als „ Lehrerin“ im Sinne von, „ich weiß, was ihr nicht wisst“. Vielmehr gibt es in mir eine bekannte Heiterkeit: Ich darf euch an das erinnern, was Ihr seid und selbst wisst. Ich bin nur schon einmal zum Baum gegangen und habe gesehen, dass er Früchte trägt. Und dann renne ich zu euch und sage: super, kommt, lasst uns hingehen, er trägt Früchte, lasst uns das süße Zeug essen!
Und wer mich wiederum vor allem erinnert- nun das ist nicht schwer zu erraten, wer uns sieht an diesen Tagen: diese Seele auf vier Pfoten. In den Hotels sind wir schon bekannt, die stellen schon den Wasser-Napf ins Zimmer. Dieses weiße Wesen, der „Eisbär“, der ein Hund geworden ist und in Wahrheit ein Engel ist mit viel Fell statt Flügeln. Sie liegt da all die Stunden, gerne unter unseren Seminartischen. Mia - sie hat Lieben in sich wie ein Diamantfeld, sie leuchtet, weil’s so ist. Sie erinnert mich an meine Erinnerung.
Wesen der Liebe, alles ist da, dadurch dass du atmest.
Diese Seminare, die jetzt laufen, laufen für mein Gefühl genau richtig und zum genau richtigen Zeitpunkt. Transformation heißt nicht, dass vorher alles schlecht war, wir schlecht waren oder nichts geblickt haben. Ich denke, es ist nur einfach „dran“, dass wir jetzt sehen, die Zusammenhänge, unser Wissen, unsere Möglichkeiten. So wie man vor einem Buffet steht und dann kommt jemand und hebt die Deckel auf und es dampft und es riecht lecker. Was ich zu diesem (Seminar)-Büffet beitragen darf. Den Gang zum Göttlichen, zu diesem Schöpferlicht – wie auch immer sich das in jedem bezeichnet - den kenne ich. „In Deine Hände lege ich meinen Geist“… das habe ich so tief und gefestigt in mir, das ist Teil meines Blutes, das hört ihr von mir in der Mitte jedes Seminartages, in jedem Ausbildungsteil, das ist mein leises Summen in jedem Einzeltermin.
Und dann am Abend bei Seminarende: Helles Freuen, wenn wir „Oh Happy Day“ miteinander singen. Lass uns wieder sehen, denke ich, lass es uns bewahren, bis wir uns wieder sehen!
In der Liebe
Andrea
Prien, im August 2010